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"Wird hier eigentlich auch gearbeitet?"

Wie eine Krise zur Riesen-Chance wurde

Diese Frage wird Andreas Nau, dem Strategischen Geschäftsführer der easySoft GmbH in Metzingen immer wieder gestellt, wenn er andere Unternehmer durch seine Firma führt – spätestens dann, wenn das 3. Stockwerk mit dem Bistro-Bereich erreicht ist und die Besucher auf der großen, voll möblierten Dachterrasse mit dem Weber-Grill stehen. Die Antwort auf diese Frage lautet immer gleich: „All das ist nur möglich, WEIL wir so gut arbeiten!“.

Manchmal muss sie erst da sein, die ganz große Krise, damit etwas Großes und Außergewöhnliches geschieht. Bei easySoft war es im Jahr 2008 soweit. easySoft war auf einer großen Messe vertreten, doch die Software, die dort eigentlich stolz präsentiert werden sollte, war gar nicht fertig geworden – sinnbildlich für die damalige Situation. Die Insolvenz stand 14 Jahre nach Unternehmensgründung unmittelbar bevor. Auf der Messe fand man sich gegenüber des GABAL Verlages wieder. Dort wurde ein Buch ganz groß umworben: „Der Weg zum erfolgreichen Unternehmer“ von Stefan Merath. Andreas Nau starrte immer wieder auf diesen Titel und fragte sich, wie um alles in der Welt man denn Unternehmensführung aus einem Buch lernen solle. Da die Messe schon kein geschäftlicher Erfolg mehr werden konnte, zeigte das Team von easySoft zumindest ein großes Maß an Hilfsbereitschaft, indem es die Mitarbeiter des GABAL-Standes regelmäßig mit Cappuccino versorgte. Als Dank dafür durfte sich Andreas Nau am Ende der Messe ein Buch aussuchen. Und so fand „Der Weg zum erfolgreichen Unternehmer“ den Weg zu Andreas Nau. Von diesem Tage an änderte sich alles.

Andreas Nau verschlang das Buch und begann sofort, mit den Inhalten zu arbeiten. Durch die intensive Beschäftigung mit Grundsätzlichem, mit Visionen und Zielen kam die völlige Klarheit, wo es mit dem Unternehmen langfristig hingehen solle: Weg von den zahlreichen Sonderprogrammierungen hin zu Standardlösungen, die passgenau für die Zielgruppe entwickelt werden. Dabei lag der Fokus darauf, die größten Engpässe der Zielgruppe zu erkennen und dafür mit den eigenen Produkten die bestmögliche Lösung zu bieten. Das Konzept ging auf. Obwohl bis Mai 2008 noch tiefrote Zahlen geschrieben wurden, konnte noch dasselbe Geschäftsjahr mit dem größten Plus der Unternehmensgeschichte abgeschlossen werden.

In den folgenden Jahren wuchs easySoft stetig. Waren es 2008 noch 14 Menschen, die ihr Glück mit Seminar-, Personalentwicklungs- und Bildungssoftware versuchten, so sind es aktuell 63 Männer und Frauen. Solche Zuwachszahlen in Zeiten des Fachkräftemangels? Unglaublich, aber wahr: Bei easySoft gibt es sogar eine Warteliste für interessante Bewerber und Bewerberinnen, denen zum aktuellen Zeitpunkt keine Stelle angeboten werden kann.

Was macht easySoft anders als andere, warum stehen die Menschen Schlange, um hier arbeiten zu DÜRFEN? Gründe dafür gibt es eine ganze Menge:

  • Die Unternehmenskultur: easySoft ist geprägt von Vertrauen, Vertrauen, Vertrauen… Vertrauen und Entfaltungsmöglichkeiten. Die tägliche Arbeitszeit liegt bei acht Stunden. Von wann bis wann gearbeitet wird, entscheidet jeder Mitarbeiter selbst. Wer zwischendurch mal den Kopf freikriegen will, der seilt sich im wahrsten Sinne des Wortes mit einem Kollegen oder einer Kollegin Richtung Kletterwand ab. Kein weiter Weg dorthin! Gleich hinter der Eingangstür befindet sich die 16 m hohe Indoor-Kletterwand mit verschiedenen Routen einschließlich Überhang.
  • Herausragende Entwicklungsmöglichkeiten: Bei easySoft wird alle paar Jahre eine Organigramm-Vision erstellt, die darstellt, wie das Organigramm in 5 Jahren aussehen soll. Dieses Organigramm wird öffentlich ausgehängt. Jeder, der eine Stelle sieht, die ihn interessiert, kann das schon frühzeitig bekunden und abgestimmt mit der Geschäftsleitung die notwendigen Entwicklungsmaßnahmen einleiten.
  • Das körperliche und seelische Wohlbefinden der Mitarbeitenden ist der Geschäftsleitung wichtig. Deshalb gibt es neben der Kletterwand auch noch einen hauseigenen Fitnessraum mit Kraft- und Ausdauer-Geräten sowie Tischtennisplatte. Ganz oben hoch über den Dächern von Metzingen gibt es neben dem Bistro die schon erwähnte Dachterrasse mit Blick ins Grüne. Im Sommer sind hier Grillfeste und viel gemütliches Beisammensein angesagt.
  • Die Räume bei easySoft strahlen eine ganz besondere Atmosphäre aus. Rundherum Glas und Licht. Im Inneren gibt es Arbeitsinseln, die aus mehreren Arbeitsplätzen bestehen. Sicht- und Geräuschschutz zwischen den Tischen schaffen gleichzeitig genug Raum für Konzentration und Nähe für intensiven Austausch. An jedem Monitor steckt eine Leuchte, deren Farbe gewechselt werden kann. Grün bedeutet: Ich bin ansprechbar, rot heißt: Ich brauche gerade Ruhe für konzentriertes Arbeiten. Wem dieses Ampelsystem noch nicht reicht, findet auf jeder Etage vier „Kabinen“ mit Computer-Arbeitsplatz und viel Schreibtischfläche, um sich dorthin stundenweise oder tageweise zurückzuziehen. In der Mitte jeder Etage befindet sich eine Sofainsel zum Entspannen, Reden, Diskutieren, Austauschen. Außerdem gibt es einen Ruheraum, in dem man sich entweder die Gitarre schnappen oder einfach in der Hängematte relaxen kann. Statt seelenloser Standard-Bilder gibt es bei easySoft große Echtholzwände, die mit Fototapeten bespannt sind, die Mitglieder des Teams in der Natur zeigen – zum Beispiel beim Klettern oder beim Segeln.
  • Im Bistro-Bereich gibt es eine voll eingerichtete Küche, in der gemeinsam oder allein gekocht werden kann. Immer donnerstags wird von einem externen Koch für alle Mitarbeiter kostenlos ein leckeres Essen zubereitet. Kostenlos insofern, als easySoft den Mitarbeitern dafür nichts in Rechnung stellt. Zu den Werten des Unternehmens gehört es aber, dass dafür ein kleiner Obulus in eines der aufgestellten Spendengläser entrichtet wird. Vier sind es an der Zahl: eines für das Projekt des Monats (hier sind die Mitarbeiter mit ihren Ideen und Anregungen gefragt) und jeweils eines für die Flüchtlingshilfe, eine Kindertagesstätte und eine Schule in Afrika.
  • Werte und Vision werden ganz großgeschrieben. Die Vision ist klar formuliert und zeigt ein lebendiges Zukunftsbild: „10 Millionen Menschen pro Jahr entwickeln ihre Stärken und Talente indem sie, durch unsere Software organisiert, an passenden Bildungsmaßnahmen teilnehmen.“ Die Werte „Bestleistung, Menschlichkeit und Gesundheit, Wachstum und Entwicklung“ stehen nicht nur hochglanzmäßig im Prospekt und im Internet, sie verkörpern die DNA der Geschäftsführer. Alleine das sorgt schon dafür, dass sie tagtäglich gelebt werden. Unterstützung bietet unter anderem das Erfolgsgeschichten-Tool im Intranet, in das jeder Mitarbeiter über erlebte Erfolgsgeschichten berichten, Kollegen danken oder Freude teilen kann. Auch Andreas Nau sorgt nahezu täglich dafür, dass neue Erfolgsgeschichten eingestellt werden und auf diesem Wege auch die Firmenwerte permanent sichtbar sind.
  • Jeder Mitarbeiter hat einen easySoft-Tag im Monat, den er sich im Kalender reservieren kann. An diesem Tag arbeitet er abseits vom Tagesgeschäft an neuen Ideen, Prozessverbesserungen, persönlichen Weiterentwicklungsmöglichkeiten.
  • Vier Mal im Jahr treffen sich die Mitarbeiter aller Standorte im Stammhaus in Metzingen und sprechen jeweils drei Tage lang über Neuigkeiten von den Märkten, die Firmenentwicklung, Ideen, Wünsche oder einfach über all das, was einen intensiven Austausch lohnt.
  • Jedes Jahr folgt einem ganz bestimmten Motto. Um dieses Motto zu entwickeln, sammeln alle Teamleiter die Anliegen ihrer Mitarbeiter – Was ist im nächsten Jahr wichtig? Wo soll die Reise hingehen? Welche Ideen und Wünsche gibt es für das Unternehmen?

All das macht Lust, in einem solchen Unternehmen zu arbeiten, oder? Und mit der Lust und der Begeisterung kommt dann beinahe schon zwangsläufig auch der wirtschaftliche Erfolg. Was braucht es dafür? Eigentlich „nur“ eines: eine andere innere Haltung! Und die kann jeder Stück für Stück entwickeln, wenn er oder sie es tatsächlich WILL.

Übrigens: Andreas Nau hat seine Geschichte auch zu Papier gebracht. Am 27. Februar kommt sein Buch "WERTvoll in die Zukunft: Revolutionen beginnen im Kopf: Was mich und mein Unternehmen veränderte" auf den Markt. Es wird Sie kaum verwundern - ich habe es schon vorbestellt. Rezension folgt...

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